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Frank Hesse / Projekte / Die Schildkröten der Galerie Tschudi, 2008
Frank Hesse - Die Schildkröten der Galerie Tschudi

Dreikanal-Videoinstallation. 11 h 34 min

Die Videoinstallation „Die Schildkröten der Galerie Tschudi“ (2008) zeigt vor der Kulisse der Glarner Alpen einen Garten mit zeitgenössischen Skulpturen und dort lebenden Schildkröten. Während des Verlaufes von einem Tag filmte der Künstler mit zwei fest installierten Kameras die Szene und begleitete parallel dazu mit einer dritten Kamera die Schildkröten. Die Kameras verweisen aufeinander; in der Installation ist der agierende Künstler sowohl Beobachter als auch Beobachteter. Innerhalb der Polarität aus Natur und Kultur tritt der Mensch wie der Künstler als Mittler, Sonderling oder Störenfried auf.

Mit dem Garten und seinen minimalistischen Kunstwerken, dem Gebirge im Hintergrund, den Schildkröten und dem filmenden Künstler überlagern sich hier Motive mit unterschiedlichen Zeitmaßen. Das Videomaterial wird ungekürzt in knapp zwölf Stunden synchron zur Aufnahmesituation präsentiert: Der Besucher, der sich etwa um 14 Uhr im Ausstellungsraum befindet, sieht auf drei skulptural angeordneten Monitoren – die auf die Kunstwerke im Video verweisen – genau das, was sich am Drehtag um 14 Uhr ereignete. Das Format der Arbeit sprengt den üblichen Rahmen, innerhalb dessen üblicherweise Kunstwerke betrachtet werden und verhält sich hierin analog zu den dargestellten Motiven: Der Hauptdarsteller dieser Arbeit ist die Zeit.

Sabine Mia Kunz im Ausstellungstext zu »observing beast, time, evolution«, Kunstverein + Römer- und Pelizaeus Museum Hildesheim